Damit keine dicke Luft entsteht: Atemschutzmasken mit Filter

29.09.2015 13:12

Bei der Feuerwehr denkt man wohl sofort an sie, beim Arbeitsschutz in Fabriken vielleicht auch noch. Aber selbst kleinere, scheinbar harmlosen Arbeiten wie etwas zu schleifen oder den Dachboden auszubauen und dabei mit Dämmmaterial Umgang zu haben sind bereits Anlass genug zu ihnen zu greifen: Atemschutzmasken mit Filtern. Aber wann sollte welcher Filter genutzt werden?


Allgemeine Unterteilung der Atemschutzfilter

Grundsätzlich können Atemschutzfilter in zwei Kategorien unterschieden werden: Partikelfilter und Gasfilter.

Partikelfilter

Partikelfilter treten wiederum in 3 Klassen auf (P1, P2 und P3). Die Einteilung ist abhängig von der Gesamtleckage und der maximalen Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes. Diese Werte sind bei Vollmasken höher als bei Halbmasken. Partikelfilter schützen einzig gegen kleine Verschmutzungen wie Fasern, Stäube, Mikroorganismen (z.B. Pilzsporen) oder Nebel, nicht aber gegen Gase.

Gasfilter

Auch hier lassen sich die Filter nochmals unterteilen hinsichtlich der Stoffgruppen, gegen die sie schützen, beispielsweise Ammoniak, organische Gase und Dämpfe oder Niedrigsiede, und ihrer Leistungsklassen. Es gilt im Umkehrschluss, dass Gasfilter lediglich vor Gasen und Dämpfen schützen und nicht vor Partikeln.

Kombinationsfilter

Da es Einsatzbereich gibt, in denen gleichzeitig beide Verschmutzungsarten vorkommen – beispielsweise bei einem Feuerwehreinsatz – gibt es die Kombination aus Gas- und Partikelfilter.

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Einsatzmöglichkeiten der Filterklassen bei Atemschutzmasken

In der folgenden Tabelle haben wir die Einsatzmöglichkeiten der Filterklassen aufgelistet. Sie orientiert sich an der Auflistung in dieser Informationsbroschüre der 3M Deutschland GmbH, die auch weitere Informationen zum Thema gibt.


Filterklasse

Einsatzmöglichkeit beim Arbeiten mit

Partikelfilter

 

 

P1

Rost, Spachtelmasse/Füller, Eisen, Staub (z.B. Kehren), Pollen

P2

Zement, Mauerwerk/Beton, Holz, Farben/Lacke/Rostschutzanstriche, Stein, Stahl, Kühlschmierstoffnebel, Schweißen von Baustahl/Zink, Löten, Asbest in geringem Umfang, Glas- und Mineralfasern, Mehlstaub, Pflanzenschutzmittel (wässrige Lösungen), Schimmel/Pilzsporen, Bakterien

P3

Anti-Fouling-Lacke, Edelstahl, Aspest ab 150.000 Fasern je m3, Müllsortierung, Kraftwerksarbeiten, Dieselruß/Rauch, Viren

Gasfilter

 

 

A1

Lösemittelhaltige Kleber

A2

Waschbenzin/Nitroverdünnung, losemittelbasierende Lacke

AX

organische Lösungsmittel /Dichlormetan

ABE

Schwefeldioxid

ABEK/K

ammoniakhaltige Abbeizer, Gülle

ABEK/K + Augenschutz

Hydrogenchlorid (Salzsäure)

ABEK + Augenschutz

Ammoniak

Kombinationsfilter

 

 

A2P2

Pflanzenschutzmittel (organisch, verdampfend), Dispersionsfarben

A2P3

Lösemittelbasierende Lacke, Kunstharzlacke, Isocyanathaltige Farben

ABEKP3

Gefahrgut-Lager/Transport

 


Welche Bedingungen müssen für den Filtereinsatz erfüllt sein?

Zunächst müssen die vorhandenen Schadstoffe nach Art, Eigenschaft und Zusammensetzung bekannt sein. Nur so kann der richtige Filter ausgewählt werden. Liegen also Partikel oder Gase vor oder muss ein Kombinationsfilter genutzt werden? Auch die jeweilige höchstzulässige Schadstoffkonzentration muss beachtet werden, damit die Atemluft korrekt gereinigt wird. Prinzipiell muss zudem in Deutschland die Einatemluft einen Sauerstoffgehalt von mindestens 17 Vol.-% aufweisen. Nur dann dürfen Filter genutzt werden.

Foto: © Christoph Ziehr, Lizenz: Creative Commons CC BY-SA 3.0 , Quelle: Wikimedia Commons

Wie werden Filter gekennzeichnet?

Es gibt ein einheitlich genormtes Farbsystem, welches als Ring an den Filtern zu erkennen ist. Hinzu kommt eine Kombination aus Buchstaben, welche den Bereich, gegen den sie schützen sollen, angeben, und Ziffern für die Kapazitäten bzw. Effizienz (Klassen 1-3) der Filter.

Um beispielsweise einen Filter gegen Ammoniak und organische Ammoniakderivate zu kennzeichnen, würde sich auf ihm ein grüner Ring mit dem Buchstaben K sowie der entsprechenden Klasse befinden. Hierbei gilt, dass 1 für gering und 3 für hoch steht. Das bedeutet, dass die Einsatzdauer hinsichtlich der Schadstoffkonzentration daraus hervorgeht. Wenn ein Filter der Klasse 1 also bei einer Konzentration von 500 ml/m³ getragen wird, schützt er maximal 20 Minuten. Ist die Konzentration jedoch nur 100 ml/m³ hoch, so verlängert sich die erlaubte Tragedauer auf 40 Minuten.

In der folgenden Tabelle sind die Kennfarben, die dazugehörigen Typen und die Anwendungsbereiche nochmals übersichtlich dargestellt:

Tabelle Farben Atemschutz


Für welche Arbeiten werden Filter benötigt?

Wer etwas schleift, bohrt oder schneidet, sollte unbedingt eine Maske mit Partikelfilter benutzen. Auch beim Schweißen oder Löten entstehen Verunreinigungen, ebenso wie bei Arbeiten mit Asbest oder der Verarbeitung von Glas- und Mineralfasern. Wer Allergien hat oder beispielsweise mit Schimmel in Kontakt kommt, muss ebenfalls Partikelfilter nutzen.

Gasfilter hingegen kommen vor allem beim Streichen und Abbeizen von bestimmten Lacken und Farben (siehe Tabelle) sowie beim Reinigen mit Waschbenzin zum Einsatz. Auch beim Spritzen von einigen Pflanzenschutzmitteln oder bei gewissen Klebearbeiten ist ein Gasfilter von Nöten.

Foto: © Dapete, Lizenz: gemeinfrei, Quelle: Wikimedia Commons


Wie lange hält ein Filter?

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten, da die Gebrauchsdauer von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Neben der Schadstoffbelastung ist auch Luftfeuchtigkeit und Temperatur entscheidend, ebenso wie der Luftverbrauch des Nutzers. Je höher die Atemfrequenz ist, desto schneller ist ein Filter kontaminiert.

Es gibt Hinweise, die anzeigen, dass der Filter gewechselt werden sollte:

  • Bemerken Sie einen Geschmack, einen Geruch oder eine zunehmende Reizerscheinung beim Einatmen, so sollten Gasfilter nicht mehr benutzt werden.
  • Stellen Sie einen Anstieg des Atemwiderstandes fest, so hat ein Partikelfilter sein Gebrauchsende ebenfalls erreicht.
  • Bei Kombinationsfiltern können beide Symptome auftreten.

Sollte ein Atemfilter gegen radioaktive Stoffe, Sporen, Bakterien, Viren und proteolytische Enzyme eingesetzt werden, darf er prinzipiell nur einmalig verwendet werden. Außerdem sollte ein Filter nie nach Ablauf des Verfallsdatums benutzt werden.


In dieser Tabelle sind die geringsten Durchbruchszeiten der einzelnen Klassen übersichtlich dargestellt:


Tabelle 2 Atemschutz


Quellen

de.wikipedia.org/wiki/Atemschutzfilter
www.draeger.de/…/filterauswahl_br_9046528_de.pdf
www.srsafety.de/fragor-och-svar#/rekommendation-av-filter
aktion.3msafety.de/fileadmin/user_upload/gefahreninderluft/3M_Atemschutz_gewusst_wie_Gefahrstoffliste

Bilder:

de.wikipedia.org/wiki/Datei:A2B2E2K2_Hg_P3.jpg
de.wikipedia.org/wiki/Datei:Atemluftfilter_herstellerspezifisch.jpg
www.flickr.com/photos/mfehrenbach/3183769085/


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