Atemschutzüberwachung – eine Frage der Sicherheit

22.06.2016 15:08

Manchmal fragt man sich ja, warum bestimmte Dinge durch eine Vorschrift geregelt sind. Bei der Atemschutzüberwachung aber muss man nicht lange überlegen: Immerhin kann es dabei um Leben oder Tod gehen! Alle Bestimmungen zum Atemschutz kann man deshalb in der Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 nachlesen, die Regelung zur Atemschutzüberwachung und der Verantwortlichkeit hierfür findet sich im Abschnitt 4.


Inhaltsverzeichnis 


Warum Atemschutzüberwachung?

Atemschutzüberwachung kann in vielen Bereichen der Arbeitswelt zum Einsatz kommen: beispielsweise beim Arbeiten mit gesundheitsschädlichen Lacken oder Dämpfen oder auch in der Behandlung von Holz. Oft empfiehlt sich dabei zusätzlich zum Atemschutz die Atemschutzüberwachung, um eine Gefährdung der arbeitenden Personen auszuschließen. Während eine solche Überwachung hier nur ratsam ist, ist sie bei der Feuerwehr sogar Pflicht, weshalb wir dieses Beispiel in diesem Beitrag besonders betrachten wollen.


Steckt etwa eine Gruppe von Feuerwehrleuten in einem Haus voller Rauch oder giftiger Dämpfe fest und merkt erst in diesem Moment, dass die Luft langsam knapp wird, kann der Einsatz auch schnell böse enden. Durch die Regelung der Verantwortlichkeit für die Atemschutzüberwachung und die routinemäßige Überprüfung des Atemschutzes können solche brenzligen Situationen vermieden werden und die Gefahr für Leib und Leben wird reduziert.


Wer ist für die Atemschutzüberwachung verantwortlich?

Die Klärung der Verantwortlichkeit ist gerade unter potenziell lebensbedrohlichen Umständen wichtig. Deshalb legt die Feuerwehr-Dienstvorschrift zum Atemschutz auch eindeutig fest, wer für diese grundlegende Aufgabe verantwortlich ist: der Träger der Feuerwehr, also der Unternehmer. Dabei wird er insbesondere bei den Aus- und Weiterbildungen durch den Leiter der Feuerwehr unterstützt.

Aufgabenverteilung an andere Mitglieder der Feuerwehr

Natürlich bedeutet das nicht, dass der Leiter der Feuerwehr selbst alle Prüfungen und Schulungen zum Atemschutz durchführen muss. Ganz im Gegenteil sieht die Feuerwehr-Dienstvorschrift sogar ausdrücklich vor, dass er die Pflichten an Beauftragte weitergeben kann. Die organisatorische Verantwortung bleibt jedoch immer beim Leiter.

Eigenverantwortung ist das A und O

Wichtig ist aber auch, dass die Feuerwehr-Dienstvorschrift ausdrücklich auf die Eigenverantwortlichkeit der Atemschutzgeräteträger eingeht. Vor allem die regelmäßigen Nachuntersuchungen (beispielsweise nach einem Einsatz mit Atemschutz) liegen in der Verantwortung des Feuerwehrpersonals. Diese Regelung ist leicht nachzuvollziehen, wenn man sich den riesigen Aufwand vorstellt, den eine zentrale Überprüfung der Nachuntersuchungen verursachen würde.

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Funktion

Verantwortungsbereich

Voraussetzungen

Leiter des Atemschutzes

Beraten des Leiters der Feuerwehr im Aufgabengebiet Atemschutz

Kontrolle der persönlichen Atemschutznachweise

Überwachen des Aufgabengebietes Atemschutz einschließlich der Aus- und Fortbildung


Ausbildung als Atemschutzgeräteträger

Ausbildung als Gruppenführer

Ausbilder für Atemschutzgeräteträger

Durchführen der Aus- und Fortbildung im Atemschutz


Ausbildung als Ausbilder für Atemschutzgeräteträger

Verantwortliche Führungskraft
im Einsatz (i.d.R.
Gruppenführer, Staffelführer)

Sicherstellen der Einhaltung der Einsatzgrundsätze im Atemschutz

Sicherstellen der Atemschutzüberwachung

Ausbildung als Gruppenführer

möglichst Ausbildung als Atemschutzgeräteträger

mindestens Kenntnisse über den Atemschutzeinsatz (insbesondere der Einsatzgrundsätze)


Atemschutzgeräteträger

Gerätesichtprüfung, Einsatzkurzprüfung vor dem Einsatz

Regelmäßige Prüfung des Luftvorrates bei Isoliergeräten während des Einsatzes

Beginn und Ende des Atemschutzeinsatzes bei der verantwortlichen Führungskraft melden

Veranlassen der Wartung des Atemschutzgerätes (einschließlich des Atemanschlusses) nach Gebrauch in Abstimmung mit dem Fahrzeugführer

Melden festgestellter Mängel


Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger

Gerätewart

Überwachen, Lagern und Verwalten von Atemschutzgeräten

(Terminüberwachung, Veranlassen von Geräteprüfungen,
Führen des Gerätenachweises)


Ausbildung als Gerätewart

Atemschutzgerätewart

Wie Gerätewart, zusätzlich:

Prüfen, Warten und Instandsetzen von Atemschutzgeräten

Mitwirken bei der Aus- und Fortbildung im Atemschutz


Ausbildung als Atemschutzgerätewart

 

Quellen:

www.feuerwehr-aichach.de
www.bbk.bund.de


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