Gehörschutz: Hör mal wer da hämmert!

20.02.2015 11:15

Dumm nur, wenn man über Jahre hinweg soviel hämmern gehört hat, dass man gar nichts mehr hört. Zuweilen mag das praktisch sein, aber überwiegend ist es unerwünscht und belastend, wenn eine so wichtige Sinneswahrnehmung wie das Hören versagt. Mit einem Gehörschutz können Sie dem Ertauben wirksam vorbeugen und einer der häufigsten Berufskrankheiten in Deutschland die Stirn bieten.


Ab wann ist ein Gehörschutz Pflicht?

Das Tragen eines Gehörschutzes ist seit 2006 ab einer Lautstärke von 85 dB(A) Pflicht. Ab einem Pegel von 80 dB(A) wird Arbeitergebern empfohlen, einen Gehörschutz bereitzustellen. Übrigens wird diese Lautstärke auf Festivals, Paraden, Musikveranstaltungen und in Diskotheken oftmals locker überschritten. Es empfiehlt sich also auch dort, entsprechenden Lärmschutz zu tragen.


Welche Arten von Gehörschutz gibt es?

Gehörschutz, der im beruflichen Umfeld eingesetzt wird, muss immer mit dem geprüften Dämmverhalten gekennzeichnet sein. Dieser wird über HML-Werte angegeben. Zum Vergleich werden gemittelte Dämpfwerte für denselben Frequenzbereich angegeben, damit die Auswahl leichter fällt.


Kapselgehörschutz

Dieser Lärmschutz ist wohl die gebräuchlichste Form und sieht aus wie ein Kopfhörer. Die Ohren werden von zwei Kunststoff-Kapseln fest umschlossen, die innen mit Schaumstoff gepolstert sind. Diesen Gehörschutz gibt es auch in Ausführungen mit integrierten Lautsprechern, sodass der Arbeitende Anweisungen trotzdem verstehen kann. Zuweilen ist auch ein Mikofon eingebaut. In Kombination mit anderen Teilen einer Schutzausrüstung wie einem Helm ist der Kapselgehörschutz ebenfalls häufig zu sehen.



Gehörschutzstöpsel

Bei den Gehörschutzstöpseln muss man zwischen fertig geformten, vor Gebrauch zu formenden und Bügelstöpseln unterscheiden. Vor der Benutzung zu formende Stöpsel bestehen aus Material wie Wachs mit eingearbeiteter Wolle, Silikon und Schaumstoff und können je nach Machart mehrfach verwendet werden. Fertig geformte Stöpsel sind in der Regel aus Kunststoff und bestehen aus mehren Lamellen. Sie müssen nur noch eingesetzt werden, können aber aufgrund ihrer fixen Form schnell unbequem werden. Um die Stöpsel nicht zu verlieren und einfach wieder heraus nehmen zu können, können sie mit einem Trageband oder einen Kunststoffbügel verbunden werden. Bei letzteren spricht man dann von Bügelstöpseln. Für einen gelegentlichen Einsatz ist dieser preiswertere Gehörschutz geeignet.


Otoplastiken

Natürlich kann man sich auch beim Hörakustiker einen individuellen Gehörschutz anfertigen lassen. Dafür muss ein Modellabguss des äußeren Gehörganges genommen werden. Danach wird aus Acryl, Silikon oder Fotoplast ein perfekt passender Hörschutz gefertigt. Je nach Haltbarkeitswunsch und Tragekomfort wird zwischen den möglichen Materialien gewählt. Silikon ist am bequemsten zu tragen, während Acryl etwas haltbarer ist. Es ist möglich, dass in die Otoplastiken akustische Filter eingesetzt werden. Mit etwa 200€/Paar sind individuelle Hörstöpsel aber nicht ganz günstig.


Schallschutzanzug

Bei besonders heftigen Lärmeinwirkungen wie beispielsweise bei einigen Tätigkeiten an Flughäfen oder in der Armee kann das Tragen eines Schallschutzanzuges erfordern. Grund dafür ist, dass der Luftschall zu Körperschall werden kann und sich über das Skelett bis auf das empfindliche Innenohr ausdehnt. Dadurch kann es zu Gleichgewichtsstörungen kommen. Ab einem Lärmpegel von 125 dB(A) wird ein Schallschutzanzug empfohlen. Übrigens wird dazu immer noch ein Gehörschutz getragen.


Wann muss der Arbeitgeber Gehörschutz bereitstellen?

Nach §10 der BGV B3 muss der Arbeitgeber unbeschadet von §§ 3 – 5 einen entsprechenden Lärmschutz zur Verfügung stellen. Das trifft auch zu, wenn Arbeitnehmer sich außerhalb von Lärmbereichen aufhalten, aber der personenbezogene Lärmschutzpegel erreicht werden kann. Geeignete Gehörschutze sind nach CE gekennzeichnet und für den jeweiligen Einsatzbereich passend ausgewählt.


Quellen

de.wikipedia.org/wiki/Gehoerschutz
www.arbeitssicherheit.de/…/Laerm—Gehoerschutz
www.bgbau-medien.de/


Kommentar eingeben