Schraubensicherungen

03.01.2020 14:01

Schrauben verbinden, was vorher nicht verbunden war. Doch diese Verbindung ist in den seltensten Fällen endgültig: Schrauben zeichnet auch ihre Flexibilität in der Wiederverwendbarkeit aus. Sie können eben nicht nur in das Material hinein-, sondern auch wieder herausgedreht werden. Doch das ist nicht nur ein Vorteil! Im Gegenteil, manchmal kommt es durch sich lockernde Schrauben zu ungewollten Unfällen, wie im Jahr 2010, als ein ICE bei voller Fahrt eine Tür verlor. Als Ursache würde später eine lose Stellmutter in der Türverriegelung gefunden. Um solch ungewollte Lockerungen zu vermeiden, verwendet man Schraubensicherungen.

Inhaltsverzeichnis 


Warum lösen sich Schrauben?

Schrauben lösen sich aufgrund von äußeren Einflüssen. Dazu zählen Vibrationen des Materials und Korrosion. Besonders anfällig sind Schrauben für Querlast, also für dynamische Belastungen senkrecht zur Schraubenachse. Um das zu verhindern, setzt man Schraubensicherungen ein.


Welche Arten von Schraubensicherungen gibt es?

Generell wird zwischen drei Arten der Schraubensicherung unterschieden.

  1. Setzsicherungen sorgen für mehr Elastizität in der Verbindung und gleichen damit Setzerscheinungen aus. Da hierdurch die Vorspannkraft weitestgehend erhalten bleibt, wird einem Lösen der Verbindung entgegengewirkt.
  2. Mit Verliersicherungen versehene Schrauben können sich zwar teilweise losdrehen, durch die Sicherung wird aber eine selbstständige Demontage der Verbindung verhindert.
  3. Losdrehsicherungen sollen das selbständige Lösen der Verbindung vollständig verhindern. Diese drei Arten der Schraubensicherung können auf unterschiedliche Arten erreicht werden. Der Konstruktionsatlas bietet hier eine sehr detailreiche und technisch anspruchsvolle Übersicht.

Verwendete Materialien zur Schraubensicherung

Abgesehen von unterschiedlich geformten metallenen Scheiben, die bei der Montage unter den Schraubenkopf gelegt werden, gibt es verschiedene Materialien, die zur Schraubensicherung eingesetzt werden können.

Schraubensicherung mit Draht

Die Sicherung mit Draht folgt einem einfachen Prinzip: Durch eine zusätzliche Drahtsicherung wird mechanisch die Bewegung der Schraube verhindert, indem sie an einer weiteren Schraube befestigt wird. Dabei werden zwei nebeneinander liegende Schraubenköpfe mit einer Querbohrung versehen, durch die man einen Draht zieht. Dieser Draht verbindet die beiden Schraubenköpfe und wird schließlich miteinander verdrillt, sodass ein Herausdrehen beider Schrauben verhindert wird.

Ein Draht wird durch zwei Schraubenköpfe gezogen und in sich verzwirbelt, damit die Schrauben gesichert sind.
Gefunden auf: www.konstruktionsatlas.de

Schraubensicherung mit Kunststoff

Kunststoff wird in der Schraubensicherung vielfältig eingesetzt. Entweder verbaut man ihn als zusätzliches Bauteil, ähnlich einer Unterlegscheibe, oder die Schraube selbst wird damit beschichtet. Die Kunststoffringe haben dabei meist die Funktion, dass sie sich – zwischen Kopf und Werkstück gelegt – verformen und so ein Herausdrehen verhindern. Doch auch als Beschichtung für Schrauben funktioniert Kunststoff: Dabei wird auf einen Teil der Schraube eine Kunststoffbeschichtung aufgebracht, die sich beim Eindrehen in den Gewindezwischenraum quetscht. Damit kann eine Abdichtung des Schraublochs und eine effektive Schraubensicherung erreicht werden.

Schraubensicherung mit Klebstoff

Bei einer Klebstoffsicherung wird bei der Montage der Schrauben in einen Spalt zwischen Innen- und Außengewinde Klebstoff eingebracht. Dieser härtet nach dem Eindrehen der Schraube aus und sorgt so für eine Verhinderung von Bewegung im Gewinde.

Quellen

www.konstruktionsatlas.de
www.wikipedia.de/Schraubensicherung


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