Was gehört zur Persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz?

11.01.2018 13:38

Natürlich ist es wichtig zu wissen, welche Bedeutung Auffanggurte und Sicherheitsgurte in der persönlichen Schutzausrüstung haben. Doch um genau zu erfahren, woraus die Persönliche Schutzausrüstung besteht, muss man sich schon alle ihre Teile anschauen. Genau das machen wir in diesem Beitrag.


Inhaltsverzeichnis


Wann ist Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz Pflicht?

Zunächst soll noch einmal geklärt werden, wann Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz notwendig, bzw. für genossenschaftlich Versicherte sogar zur Pflicht wird.

  • unabhängig von der Absturzhöhe an Arbeitsplätzen oder Verkehrswegen an und über Gewässern oder anderen festen oder flüssigen Stoffen, in denen man versinken kann;
  • bei mehr als 1 m Absturzhöhe, an freiliegenden Treppenläufen und -absätzen, Wandöffnungen oder Bedienungsständen von Maschinen und deren Zugängen;
  • bei mehr als 2 m Absturzhöhe an allen übrigen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen;
  • bei mehr als 3 m Absturzhöhe an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Dächern;
  • bei mehr als 5 m Absturzhöhe beim Mauern über die Hand und beim Arbeiten an Fenstern.
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Was gehört zur Persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz?

Man kann zwischen dem Anwendungssystem der Persönlichen Schutzausrüstung, den die arbeitende Person am Körper trägt, und dem Befestigungssystem unterscheiden.


Das Befestigungssystem

Wichtig beim Befestigungssystem ist, dass dieser Punkt im Ernstfall das komplette Gewicht der angehängten Person – inklusive Arbeitsmaterialen – tragen kann. Ein Kamin oder eine Regenrinne sind dafür völlig ungeeignet, da sie nicht zum Halten eines solchen Gewichts konstruiert sind. Besser eignen sich die von der Berufsgenossenschaft für Bauwirtschaft vorgeschlagenen Anschlageinrichtungen, die speziell für diesen Zweck an der baulichen Substanz montiert werden.


Das Anwendungssystem

Unter dem Anwendungssystem versteht man den Teil der Persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz, den die abgesicherte Person am Körper trägt und das zugehörige Verbindungsstück.


Bestandteile eines Rückhaltesystems

Ein Rückhaltesystem hat die Aufgabe, Personen von gefährlichen Kanten fernzuhalten. Die Bewegungsfreiheit der Arbeitenden wird also gezielt eingedämmt, um ihre Sicherheit zu gewährleisten. Ein solches Rückhaltesystem ist relativ einfach aufgebaut und besteht (neben der Anschlageinrichtung) aus diesen Bestandteilen:

Verbindungsmittel: Hierbei handelt es sich um ein Seil, das eine geeignete Länge besitzt. Um die Person von gefährlichen Kanten fernzuhalten. Dieses verbindet die Anschlageinrichtung mit der Körperhaltevorrichtung.


Körperhaltevorrichtung: Die arbeitende Person trägt diese am Körper. Meist besteht sie aus mehreren Gurten und einigen Metallringen, die in der Kombination ein sicheres Zurückhalten der Person ermögliche.


Bestandteile eines Auffangsystems

Tritt doch einmal der Ernstfall ein und eine Person stürzt, fängt ein spezielles Auffangsystem sie auf. Die Besonderheit dabei ist, dass diese Vorrichtung den Sturz zusätzlich abfedert, sodass die auf den Körper einwirkende Kraft verringert wird. Neben der Anschlagvorrichtung und dem Auffangsystem, das am Körper befestigt wird (und wiederum aus verstellbaren Gurten besteht), kann ein Auffangsystem folgende Bestandteile beinhalten:

Höhensicherungsgerät: Diese “Spule” mit einem ein- und ausziehbaren Verbindungsmittel (Seil) stoppt, wenn schnell Gewicht auf sie wirkt. Vorstellen kann man sich das wie bei einem Sicherheitsgurt im Auto, der bei einem schneller Herausziehen stoppt.

Falldämpfer: Ein Falldämpfer wird zwischen das Verbindungsmittel und dem Auffangsystem am Körper eingesetzt und sorgt, wie sein Name schon sagt, für die Dämpfung eines potenziellen Falls. Meist besteht ein solches Teil aus einem dehnbaren Material, dass die Energie des Sturzes aufnimmt.


Quellen

www.bgbau-medien.de
www.publikationen.dguv.de


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