Schnittschutzschuhe und Schnittschutzstiefel

22.09.2017 11:50

Was nach einem schlechten Horrorfilm klingt, könnte leider Wirklichkeit werden: Ein Kettensägen-Massaker. Denn ganz ehrlich: Diese Maschinen haben es in sich und können schnell außer Kontrolle geraten. Selbst geübtem Personal passieren manchmal Missgeschicke, aus denen ein Unfall resultiert. Darum sollte immer alles für die Sicherheit getan werden. Ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung für Menschen, die mit Kettensägen umgehen, sind unter anderem Schnittschutzschuhe.


Inhaltsverzeichnis 


Was können Schuhe mit Schnittschutz?

Schnittschutzschuhe werden aus Leder, aber auch aus Gummi gefertigt. Viele Modelle gibt es mit einem relativ hohen Schaft, da für einen optimalen Schutz möglichst die Schnittschutzhose mit den Schnittschutzstiefeln überlappen sollte. Das allein hilft aber im Ernstfall noch nicht. Darum verfügen Schnittschutzschuhe neben dem Obermaterial noch über eine zusätzliche Einlage im vorderen Schuhbereich und in der Zunge.

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Dieser Schnittschutz ist bei Schuhen meist ein verzögernder, das bedeutet, er bringt die Kette zum Stillstand, bevor das Material komplett durchtrennt ist. Dies ist aber nur möglich, wenn der Motor der Kettensäge nicht mehr läuft und keine neue Energie hinzugeführt wird. Die Einlagen bestehen häufig aus einer Gummi-Mischung oder aus hochfesten Vliesen wie Kevlar.


Kettensägen Piktogramm

Foto: © Borsi112, Lizenz: Creative Commons BY-SA 3.0

Quelle: commons.wikimedia.org


Schnittschutzklassen

Nicht jedes Material hält aber jeder Kettensäge stand. Darum gibt es unterschiedliche Schnittschutzklassen, die angeben, bis zu welcher Kettengeschwindigkeit die Schutzleistung noch gewährleistet werden kann. Die Geschwindigkeit bezieht sich allerdings auf den Moment des Auslaufens der Kette, also wenn bereits kein Gas mehr gegeben wird. Bei einer Kettensäge in vollem Betrieb kann Schnittschutzkleidung nicht die angegebene Leistung erbringen.

Es gibt insgesamt fünf unterschiedliche Schnittschutzklassen. Schutzklasse 1 ist dabei die Mindestanforderung für Schnittschutzschuhe, denn moderne Kettensägen haben eine Geschwindigkeit von 15 bis 23 Meter pro Sekunde:

  • Klasse 0 = 16 m/s Kettengeschwindigkeit
  • Klasse 1 = 20 m/s Kettengeschwindigkeit
  • Klasse 2 = 24 m/s Kettengeschwindigkeit
  • Klasse 3 = 28 m/s Kettengeschwindigkeit
  • Klasse 4 = 32 m/s Kettengeschwindigkeit

Wie erkennt man Schnittschutzschuhe?

Da Schnittschutzstiefel zur persönlichen Schutzausrüstung gehören und somit sicherheitsrelevant sind, gibt es mehrere Siegel, die auf tauglichen Schuhen vermerkt sein müssen. Allem voran sollten Schnittschutzschuhe das CE-Kennzeichen haben. Dies besagt, dass vom Hersteller eine EG-Baumusterprüfung bei einer notifizierten EG-Prüfstelle durchgeführt worden ist.


Gute Schnittschutzschuhe sollten zudem das GS-Zeichen tragen. Dieses wird vom Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) bzw. von der Deutschen Prüfstelle für Land- und Forsttechnik (DPLF) vergeben. Es sagt aus, dass die Schnittschutzschuhe einem einjährigen Gebrauchstest ausgesetzt waren und bestanden haben.

Zusätzlich sollte auf den Schuhen bzw. Stiefeln auch das Embleme der Schnittschutzklasse (ein Schild mit einer Kettensäge darin) zu finden sein sowie der Vermerk, welche Klasse eingehalten wird.


Kettensägen Piktogramm

Foto: © Matt Preston, Lizenz: Creative Commons BY-SA 2.0

Quelle: Flickr.com


Einsatz und Pflege


Wer braucht Schnittschutzstiefel?

Ganz klar – Förster und Waldarbeiter brauchen Schnittschutzschuhe. Aber auch Feuerwehrleute arbeiten gelegentlich mit Kettensägen und sollten darum Schnittschutzstiefel tragen. Generell empfiehlt sich bei Arbeiten mit scharfen Säge- bzw. Schneidwerkzeugen im professionellen Rahmen entsprechendes Schuhwerk. Allerdings sollten auch Privatleute, die mit einer Kettensäge arbeiten, darauf zurückgreifen, denn: Sicher ist sicher!


Wie pflegt man Schnittschutzschuhe?

Eigentlich ist die Pflege nicht anders als bei normalen Schuhen. Nach dem Einsatz sollten sie grob abgebürstet und zum Trocknen aufgestellt werden. Hier empfiehlt es sich aber, die Schuhe nicht auf die Heizung oder ähnliches zu stellen, sondern sie in einem normal warmen Raum trocknen zu lassen. In regelmäßigen Abständen sollten Lederschuhe außerdem gefettet bzw. gewachst werden.

Ein gut gepflegter Schnittschutzschuh hält je nachdem im professionellen Dauereinsatz mindestens ein Jahr, im privaten Bereich allerdings gut und gerne 3 bis 5 Jahre.


Quellen:

www.kox-direct.de
www.wald-prinz.de
www.ms-schein.de


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