Schmerzfreies Arbeiten dank Knieschoner

Knie wird nie, sagt man gerne in der Medizin. Damit ist gemeint, dass ein einmal beschädigtes Knie oft jahrelang, wenn nicht sogar für immer Beschwerden machen kann. Darum sollte man gut auf seine Knie achten – insbesondere, wenn diese durch die Arbeit stark strapaziert werden. Prävention ist hier von entscheidender Wichtigkeit – darum sind Knieschoner bewährte Mittel im Arbeitsschutz.

Warum ein Knieschoner?

Wer viel und lange kniet, übt übermäßig viel Druck auf das Gelenk aus. Dadurch kann es zu kleineren Verletzungen wie Blutergüssen oder Schürfwunden kommen. Aber auch chronische Beschwerden wie Schleimbeutelentzündungen oder generelle Verschleißerscheinungen wie Knorpelschäden sind mögliche Folgen.

Knieschoner mildern diese Gefahren deutlich ab, da sie den entstehenden Druck durch die weichen Polster gleichmäßig auf das Gelenk verteilen. Zudem schützen sie die Knie vor äußeren Einwirkungen wie Stößen und Schlägen, auch Kälte und Nässe halten sie fern sowie im Notfall sogar schädliche Stoffe.

Arten der Knieschoner

Seit 2005 werden Knieschoner mit zur persönlichen Schutzausrüstung (PSA) gemäß der Richtlinie 98/686/EWG gezählt. Um die damit einhergehenden Anforderungen an die Schützer auch prüfen zu können, wurden in der DIN EN 14404 entsprechende Typen und Kriterien festgehalten.

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Die Norm unterschiedet demzufolge in diese vier Typen:

  • Knieschutz, der von anderer Kleidung unabhängig ist und am Bein befestigt wird
  • Knieschutz, der z.B. in Taschen an den Hosenbeinen befestigt wird (Polster)
  • knieschützende Ausrüstung, die nicht am Körper befestigt wird (z.B. Kissen)
  • Knieschutz, der Teil einer Vorrichtung mit zusätzlichen Funktionen (z.B. ein Rahmen als Aufstehhilfe) ist

Zusätzlich unterscheidet die DIN noch hinsichtlich zweier Leistungsstufen. Dabei betrifft Leistungsstufe 1 alle Arbeiten auf einer ebenen Bodenoberfläche und Leistungsstufe 2 Arbeiten unter schwierigeren Bedingungen wie beispielsweise beim Knien auf Steinen.

Welche Aspekte werden bei Knieschonern geprüft?

Dank der in der Norm festgelegten Mindestwerte können die Knieschoner hinsichtlich verschiedener Aspekte überprüft werden. Dazu zählt zunächst die Druckverteilung, welche mittels eines Prüfknies gemessen wird. Auch die Aufprall- und Stichfestigkeit wird eingehend untersucht.

Da früher viele Knieschoner äußerst unbequem waren und darum nur ungern oder gar nicht getragen wurden, wird auch der Tragekomfort geprüft. Insbesondere die Elastizität und Breite der Riemen sind hier entscheidend. All diese Informationen müssen vom Hersteller übrigens auch auf den Knieschonern gekennzeichnet werden.

Worauf muss geachtet werden?

Wenn alle Normvorschriften eingehalten wurden und die Schoner der DIN EN 14404 entsprechen, sollten vor einem Kauf noch einige weitere Kriterien überprüft werden. Nur so kann der Komfort und die Funktionalität für die angedachte Arbeit wirklich gewährleistet werden. Folgender Fragekatalog kann helfen, den richtigen Schoner zu finden.

Form Drückt der Knieschoner auf Schleimbeutel oder Kniescheibe?
Fixierung Schneiden die Riemen in Fleisch oder Kniekehle ein?
Klima Ist eine gute Feuchtigkeitsregulierung und Luftzirkulation mit der angewandten Bauweise und dem genutzten Oberflächenmaterial gewährleistet?
Polsterung Ist das verwendete Material weich und dauerelastisch? Bietet es gute Seitenstabilität und dennoch Bewegungsfreiheit?
Schutz Ist das Knie durch die Schonerfront ausreichend vor scharfen und spitzen Gegenständen (Nägel, Scherben, Steine,…) geschützt?
Isolation Ist das Material des Schützers dazu geeignet, das Knie vor Feuchtigkeit und Kälte zu schützen?
Komfort Ist das Material angenehm und bequem zu tragen? Ist die Handhabung einfach?
Qualität Wie ist die Verarbeitung? Sind die Schoner geklebt oder genäht? Ist das Material hochwertig?
Pflege Ist eine Reinigung problemlos? Bei wie viel Grad kann der Schoner gewaschen werden?

Die passende Größe

Ganz wichtig beim Kauf von Knieschonern ist auch die richtige Größe. Ist der Schoner zu klein, dann schnürt er unter Umständen das Blut ab und trägt sich generell sehr unangenehm. Auch Laufen ist dann schwierig. Ist der Schoner jedoch zu groß, kann er verrutschen und im schlimmsten Fall seiner eigentlichen Bestimmung nicht mehr nachkommen, nützt also nichts.
Darum sollte die Größe gewissenhaft gewählt werden. Dazu stellen viele Hersteller Tabellen bereit, in denen ein bestimmter Umfangsabschnitt (oft direkt auf dem Knie oder knapp darunter gemessen) einer Größe von XS bis XL zugeordnet wird. Wer sich unsicher ist sollte den Schoner vor Ort anprobieren.

Welche Schoner für welche Arbeiten?

Prinzipiell sollten alle Werktätigen, die teilweise oder gänzlich ihre Arbeit kniend verrichten, Knieschoner tragen. Dazu gehören beispielsweise Fliesen- und Bodenleger, Straßenbauer, Dachdecker, Zimmermänner, Gärtner, Schweißer und Bergarbeiter. Je nach Belastung ist der entsprechende Knieschoner zu wählen. Gerade auch für Landschaftsgärtner werden Kniekissen als Alternative zu Schützern empfohlen. Wer im Umkehrschluss nicht dauerhaft kniet, kann auch Kniepolster für Arbeitshosen verwenden. Knieschoner sind im Übrigen ebenso im Freizeitbereich angebracht. Gerade Hobby-Gärtner oder Heimwerker sollten ihre Gesundheit nicht aufs Spiel setzen.

Quellen

https://www.din.de/cmd?level=tpl-artikel&languageid=de&cmstextid=knieschutz
https://www.nierhaus.de/cms/de/info/warum-knieschoner.html
https://kneetek.de/pdf/kneetek_katalog_de.pdf

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