Wassersäule-Definition: wann ist ein Material wasserdicht?

Steve Tams
2021-12-01 13:11:00 / Arbeitskleidung / Kommentare 0
Wassersäule-Definition: wann ist ein Material wasserdicht? - Wassersäule - Bedeutung bei Kleidung und anderen Materialien
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Das Wort „Wassersäule“ begegnet uns während der Suche nach einer bestimmten Funktionskleidung immer mal wieder. Oftmals wird der Begriff noch von einer Zahl begleitet, die dem Suchenden etwas über die jeweilige Stärke oder Resistenz verraten soll. Gerade Personen, die sich nicht regelmäßig mit derartigen Themen beschäftigen, stehen im ersten Moment oftmals ratlos da, wenn es darum geht sich anhand solcher Werte für ein bestimmtes Modell zu entscheiden. Was besagt diese Wassersäule? Wann ist ein Material überhaupt wasserdicht? Da auch Arbeitsbekleidung oftmals wasserdichte Eigenschaften mitbringen muss, um im tagtäglichen Einsatz bestehen zu können, haben wir uns in diesem Blogbeitrag die Wassersäule-Definition zur Aufgabe gemacht.


Wassersäule-Definition: Infos vorab

Um das gesamte Thema übersichtlicher zu gestalten, behandeln wir die Definition der Wassersäule zunächst sehr grob, um die Basics zu vermitteln. Die Wassersäule, die in einigen Zusammenhängen oder an einigen Produkten auch als Meter Wassersäule betitelt wird, ist eine flächendeckend einheitlich festgelegte Maßeinheit, mit der Druck angegeben wird.

Auch wenn sie einem größtenteils durch Arbeitsbekleidungen, wie Softshellhosen und Winterjacken bekannt ist, so wird sie unter anderem auch in der Welt der Outdoorartikel und technischen Gewebe eingesetzt. Sie ist ein erster wichtiger Anhaltspunkt, wenn es darum geht die Wasserdurchlässigkeit eines Materials kenntlich zu machen. Ohne großartige Kenntnisse auf dem Gebiet zu besitzen, können auch Laien während der Suche nach dem Wunschartikel filtern, welche Qualität in dem Produkt steckt. Die Wassersäule wird dabei in der Regel in Millimetern angegeben. Mehr ist hier meist auch tatsächlich mehr. Ein hoher Wert bedeutet, dass das Material dichter ist und sich besser gegen Druck bzw. Regen durchsetzen kann.




Definition der Wassersäule – was hat es mit dem Druck auf sich?

Die Wassersäule zeigt, welchem Druck das Obermaterial eines Artikels gewachsen ist, bevor das Wasser ins Innere durchdringt. Die Angabe bezieht sich dabei besser gesagt auf den Moment, in dem die ersten Wassertropfen es schaffen durchzukommen. Diese Festlegung der Belastungsgrenze ist wichtig, damit man das passende Produkt für seinen Einsatzbereich kaufen kann. Ohne derartige Normen wäre es nicht möglich, einen Kauf individuell zu gestalten. Grob lässt sich zusammenfassen, dass ein Artikel mit einer 1000er Wassersäule einem 0,1 Bar Druck standhalten kann.


Wie geht die Messung der Wassersäule vonstatten?

Damit die Belastungsfähigkeit eines Materials bestimmt werden kann, ist es notwendig auf verschiedene Tests im Labor zu vertrauen. Je nachdem nach welcher Norm gearbeitet wird, setzt man dem Testmaterial einen Wasserdruck aus, der Schritt für Schritt langsam ansteigt. Folgende Normen werden je nach Region angewandt:

  • ISO 811 (Internationale Norm)
  • AATCC-Standard 127 (USA)

Wo eine Norm den Druck stetig um 100 Millimeter erhöht, da verfolgt die andere Norm die Erhöhung in 600er-Schritten. Sobald der erste Tropfen auf der Innenseite des Materials zu erkennen ist, wird der Test beendet. Die bis zu diesem Moment aufgewendete Zeit, wird zusammen mit dem ausgeübten Gesamtdruck ausgewertet, um anhand dessen die finale Wassersäule zu bestimmen.


Sind die Wassersäulen-Angaben durchweg aussagekräftig?

Generell kann man durchaus sagen, dass die Angaben der Wassersäulen äußerst zuverlässig sind. Natürlich gibt es von Ort zu Ort verschiedene Testmethoden und Laborbedingungen, die ebenfalls bei diesem Fazit berücksichtigt werden müssen, in der Regel ist es jedoch so, dass wenn überhaupt nur leichte Unterschiede bei den Resultaten festzustellen sind. Als Käufer wasserdichter Artikel kann man sich somit auf jeden Fall auf die Angaben des Herstellers verlassen.

Wichtig ist immer, dass die Gesamtqualität eines Produktes ebenfalls stimmig ist. So bringt die höchste Wassersäule einem nichts, wenn beispielsweise die Nähte eines Artikels sich schnell lösen und das Wasser an dieser Stelle ins Innere laufen kann. Die Wassersäule ist zwar ein Wert, der einem gewisse Aufschlüsse über die Widerstandsfähigkeit gibt, ein Blick über den Tellerrand sollte aber niemals außeracht gelassen werden.


Wassersäule-Definition: ab welchem Wert zählt ein Material als dicht?

Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein und während eines Einsatzes nicht von durchdringendem Wasser überrascht zu werden, ist es empfehlenswert zu wissen, ab wann ein Material wirklich als dicht gilt. Bei Regenjacken und Regenhosen regelt dies die Norm EN 343:2003. Daraus geht hervor, dass das Kleidungsstück mindestens 800 Millimeter Wassersäule besitzen sollte.

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Für welche Aktivitäten ist laut Wassersäule-Definition ein hoher Wert sinnvoll?

Es ist wichtig, dass man die verschiedenen Produktkategorien nicht miteinander verrührt. In der Outdoor- bzw. Wanderwelt kommen beispielsweise andere Situationen zustande als bei einem herkömmlichen Arbeitseinsatz, dementsprechend macht sich dieser Unterschied auch bei den Wassersäulenangaben bemerkbar. Viele Personen gucken während der Suche nach neuer Arbeitsbekleidung verdutzt, weil die Werte weit unter denen der Outdoor-Artikel liegen. Hier gibt es jedoch eine gute Begründung für.

Beim Wandern ist es keine Seltenheit, dass über mehrere Wochen und Monate hinweg ein Rucksack transportiert wird, der um die 10 bis 20 Kilogramm wiegt. Der am Schulter- und Rückenbereich entstehende Abrieb zwischen Backpack und Jacke, setzt dem Jackenmaterial ordentlich zu, sodass hier eine höher angesetzte Wassersäule die einzige Möglichkeit ist, der fordernden Belastung dauerhaft Herr zu werden. Wassersäulen zwischen 10.000 und 30.000 sind hier normal, da sich die Funktionsbekleidung ohne eine derartige Druckresistenz ansonsten schnell auflösen würde.

Klar, können auch bei einem Arbeitseinsatz hin und wieder mal höhere Materialbelastungen zustande kommen, eine kontinuierliche Konfrontation mit hohem Druck ist jedoch eher selten. Wie bei unseren atmungsaktiven, sowie wind- und wasserdichten Softshellhosen zu erkennen ist, reicht eine 5000 Millimeter Wassersäule völlig aus, um für alle Situationen erstklassig gewappnet zu sein. Gleiches gilt für unsere warmen Winterarbeitsjacken. Diese kommen mit einer Wassersäule von 1000 Millimetern daher und halten somit den ganzen Tag trocken.

Nicht zu vergessen ist, dass eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Druck auch bedeutet, dass das Material automatisch dichter ist. Daraus geht wiederum hervor, dass die Atmungsaktivität geringer ausfällt, da vom Körper ausgehender Schweiß bzw. Dampf nicht mehr gut entweichen kann. Da eine hohe Dampfdurchlässigkeit bei einem fordernden und anstrengenden Arbeitseinsatz aber unerlässlich ist, fährt man mit den niedrigeren Wassersäulen in der Regel besser. Hier erhält man eine perfektes Paket aus Wasserresistenz, Robustheit und Schweißtransport, sodass alle Aufgaben komfortabel bewältigt werden können.



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