Wie man sich beim Schweißen schützt

10.10.2020 13:35
Schweißen ist eines der am häufigsten angewendeten Verfahren, um zwei Werkteile miteinander zu verbinden. Viele Jahrhunderte lang war das ein sehr schwieriges Unterfangen. Erst im 19. Jahrhundert konnte in dieser Beziehung ein Durchbruch gefeiert werden. Doch mit dem neuen Verfahren gingen auch neue Gefahren einher.

Inhaltsverzeichnis 


Was passiert beim Schweißen?

Beim Schweißen werden prinzipiell Werkstücke mithilfe von Wärme und manchmal auch Druck miteinander verbunden. Bei einigen Varianten kommen auch Zusatzstoffe zum Einsatz. Es gibt zahlreiche Verfahren, die sich jedoch in zwei große Klassen unterscheiden lassen: Schmelz-Verbindungsschweißen (nur Wärme) und Press-Verbindungsschweißen (mit zusätzlichem Krafteinsatz). Ihnen allen gemeinsam ist aber das umfangreiche Gefahrenpotential.

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Welche Gefahren können auftreten?

Wie bereits erwähnt, ist Hitze ein wichtiger Bestandteil des Schweißens. Vor dieser muss sich allerdings geschützt werden, ansonsten kann es zu Verbrennungen kommen. Beim Schweißen entstehen auch zum Teil sehr helle Lichtbögen, die zu Schäden in den Augen führen können.
Zusätzlich kommt es zu massiven UV- und Infrarotstrahlungen, welche dringend von der menschlichen Haut ferngehalten werden müssen.

Beim Schweißen kann massiver Lärm, ebenso wie Rauch und kleinste Schmutzpartikel entstehen. Vor diesen Gefahrenquellen muss sich ebenso geschützt werden. Es kann auch zum Funkenflug kommen, teilweise springen sogar kleinere Schlackestücke von der Schweißarbeit ab. Diese können gefährlich werden – nicht nur für den Arbeitenden, sondern auch für die Umgebung. Insbesondere auf mögliche Brandgefahren sollte geachtet werden.

Foto: © BotMultichillT, Lizenz: Creative Commons Public Domain Mark 1.0 , Quelle: wikimedia commons

Wie schützt man sich beim Schweißen?

 

Schutzgläser

Um sich vor dem hellen Licht, den verschiedenen Strahlungen und gegebenenfalls sogar einem Laser – auch damit kann geschweißt werden – schützen zu können, empfehlen sich zunächst Schutzgläser. Diese sind eingefärbt und entsprechend behandelt, um den Augen den besten Schutz zu gewähren. Ob ein Schutzglas für eine bestimmte Schweißarbeit geeignet ist, erkennt man anhand der aufgedruckten Schutzklasse. Diese orientieren sich an der Europäischen Norm EN 169.

 

Schutzkleidung

Schutzgläser allein reichen jedoch nicht. Es gilt, das gesamte Gesicht vor den Auswirkungen des Schweißens zu schützen. Dazu ist ein Schutzschirm nötig, der zwar auch gehalten werden kann, aber besser an einem Schutzhelm befestigt ist. So ist beidhändiges Arbeiten möglich, was wiederum zur Sicherheit beiträgt. Daneben ist auch schwer entflammbare Schutzkleidung samt Handschuhen wichtig. Diese gibt es im Fachhandel. Ergänzt werden kann die Schutzkleidung durch eine Lederschürze.

 

Schutz gegen Lärm und Schmutz

Wegen des entstehenden Lärms sollte ein Gehörschutz getragen werden. Ansonsten drohen Schwerhörigkeit, Tinnitus oder der völlige Gehörverlust. Ebenfalls große Sorgfalt sollte hinsichtlich der Atemwege getragen werden. Die entstehenden Schmutzpartikel lagern sich schnell in der Lunge ab. Darum muss am besten an einem gut belüfteten Ort geschweißt werden. Die Partikel können durch Schweißrauchfilter abgesaugt werden oder durch entsprechende Atemmasken mit Filtern bzw. umluftunabhängige Atemschutzgeräte abgehalten werden.

 

Brandgefährlich

Sehr wichtig ist der Brandschutz beim Schweißen. Alle entflammbaren Gegenstände oder Materialien müssen darum entfernt oder mit feuerfesten Decken bzw. Planen sorgfältig abgedeckt werden. Durch den möglichen Funkenflug sollten auch mögliche Durchgänge versiegelt werden, da es sonst in angrenzenden Räumlichkeiten oder kleinsten Zwischenräumen zu Brandherden kommen könnte. Es gilt zudem, geeignete Löschmittel bereit zu stellen und nach Beendigung der Schweißarbeiten eine Brandwache durchzuführen. Das bedeutet, mehrmals binnen der nächsten 24 Stunden die Örtlichkeit auf Rauch, Brandgeruch und Flammen hin zu untersuchen.

Achtung auf die Umgebung

Generell sollte die Umgebung von Schweißarbeiten ebenfalls entsprechend vorbereitet werden. Es gibt darum beispielsweise Schweißervorhänge oder -lamellen, damit die Schadstoffe sich nicht verteilen. Um den Lärm abzumildern, können Schallschutztrennwandsysteme genutzt werden. Zudem sollte auch auf den Schutz vor einem elektrischen Schlag geachtet werden. Arbeitet man beispielsweise in einer leitenden Umgebung (z.B. einem Kessel), kann das ebenfalls zu einer Gefahr werden.


Wer darf schweißen?

Generell gilt, dass Schweißarbeiten nur von entsprechend befugten Personen über 18 Jahren ausgeführt werden dürfen. Im Öffentlichen Raum gilt es, zahlreiche Bestimmungen und Genehmigungen u. a. auch hinsichtlich des Brandschutzes einzuholen, bevor geschweißt werden darf. In der privaten Sphäre ist Schweißen sicherlich leichter durchführbar, es empfiehlt sich aber nur dann selbst zu schweißen, wenn man darin Erfahrung hat.

Wer diese nicht ohnehin von Berufswegen gesammelt hat, kann sich auch an entsprechenden Bildungseinrichtungen für Schweißtechnik einschreiben und dort unter fachlicher Aufsicht die Grundlagen des Schweißens lernen. Allerdings sollte man unbedingt sich und seine Fähigkeiten realistisch einschätzen! Wer also an tragenden Teilen etwas schweißen muss oder um Fall- oder Überkopfschweißarbeiten nicht herumkommt, sollte zur eigenen Sicherheit einen Profi beauftragen.


Quellen

de.wikipedia.org/wiki/Schweißen#Arbeitsschutz
www.bauhaus.info/ratgeber/werkzeug-maschinen/grundwissen-schweissen
www.vbg.de/apl/arbhilf/unterw/65_bbs.htm
www.arbeitssicherheit.de/de/html/library/document/5004707,12


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