Sicherheitsschuhe im Lager – wann und welche?

25.03.2017 11:13

Unfälle passieren immer wieder. Schnell fällt einem mal etwas um und landet auf dem eigenen Fuß. Und das kann sehr schmerzhaft und gefährlich sein! Damit alle Missgeschicke, Unachtsamkeiten und Fehler möglichst glimpflich für unsere Füße ablaufen, hat der Gesetzgeber und die Berufsgenossenschaft Sicherheitsschuhe als Teil der persönlichen Schutzausrüstung verordnet. Diese kommen überall zum Einsatz – auch im Lagerbereich.


Warum Sicherheitsschuhe im Lager?

Im Lagerbereich ist mit der Gefahr von schweren, herunterfallenden oder rollenden Gegenständen zu rechnen. Außerdem wird die Arbeit auch teilweise mit Flurfördergeräte (z.B. Gabelstaplern oder Hubwagen) durchgeführt. Beide Faktoren können schlimme Folgen nach sich ziehen: Quetschungen und Verletzungen der Bänder, Knochen oder Gelenke. Solche Fußverletzungen sind meistens langwierig und haben längere Ausfallzeiten zur Folge. Somit ist nicht nur der gesundheitliche, sondern auch der finanzielle Aspekt ein guter Grund für geeignetes Schuhwerk bei Lagerarbeiten.


Welche sind die richtigen Sicherheitsschuhe?

Weder Berufsgenossenschaften noch die Gesetze machen eine konkrete Angabe, welche Sicherheitsschuhe genau vorgeschrieben sind – lediglich allgemeine Umschreibungen sowie der Verweis auf die individuellen Informationen der Arbeitgeber werden gegeben. Diese Aussagen schließen jedoch meist auf Arbeitsschuhe der Sicherheitsklassen S2 oder S3.



Sicherheitsschuhe der Klasse S2 im Lager

Alle Sicherheitsschuhe haben zunächst bestimmte Grundanforderungen zu erfüllen: Der vordere Bereich ist durch eine Schutzkappe aus Metall oder Kunststoff geschützt, welche bis zu den Zehenwurzeln reicht. Sie muss vor Verletzungen oder Quetschungen bis 200 Joule schützen (entspricht etwa einem 20-kg-Eisenstücks, das aus einem Meter Höhe fällt). Außerdem haben alle Sicherheitsschuhe eine vollständig geformte Gummisohle.

Schuhe der Klasse S2 sind zudem antistatisch, haben eine öl- und benzinresistente Sohle, nehmen Energie im Fersenbereich auf (z.B. beim Herunterspringen). Zusätzlich ist das Schuhoberteil beständig gegen Wasserdurchtritt oder Wasseraufnahme.


Oder vielleicht doch Sicherheitsklasse S3 im Lager?

Prinzipiell gibt es im Vergleich kaum einen Unterschied zwischen Sicherheitsschuhen der Klasse S2 und S3. Auch sie haben den Zehenschutz, die Energieaufnahme im Fersenbereich, den Schutz vor Wasser, Öl und Benzin sowie die antistatische Eigenschaft. Die einzige Abweichung ist die durchtrittssichere Sohle der S3-Sicherheitsschuhe. Diese Sohle ist im Lagerbereich umstritten. Seltener würde man dort auf etwas treten, als eher einer Quetschung von oberhalb vorbeugen müssen. Zudem sind die S3-Schuhe auch um einiges starrer und schwerer. Dennoch greifen viele Arbeitnehmer lieber zu diesen – ganz getreu dem Motto “was man hat, hat man”.


Sicherheitsschuhe im Lager – wer und wann?

Sich darauf zu verlassen, dass die anderen schon aufpassen werden, ist oftmals der entscheidende Fehler. Darum gilt immer die Pflicht der entsprechenden Sicherheitsschuhe. Auch wenn man “nur mal eben schnell” ins Lager geht oder ein Ferienpraktikum dort macht.

Auch die Jahreszeit spielt keine Rolle – Sommer wie Winter sind Sicherheitsschuhe zu tragen. Es gibt aber die Option, zwischen Halbschuhen, knöchelhohen Schuhen oder Stiefeln zu wählen.

Wer gerne eine genauere Auflistung der einzelnen Tätigkeitsfelder des Lager- und Logistikbereiches hätte und für welche davon welche Sicherheitsklasse vorgeschrieben wird, der kann sich die “Beispielsammlung als Hilfestellung für die Auswahl von geeignetem Fußschutz” der Berufsgenossenschaft näher anschauen.

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Quellen

www.bwr-media.de/arbeitssicherheit
www.wikipedia.de/Sicherheitsschuh
www.vbg.de
www.lagerwiki.de

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